Premiere: Ausstellung

ab 20.06.2026 in der Bienertmühle in Dresden - Plauen


Experimentelle Gewebe

Ungleiche Paare

 
Fotos: Petra Lange, Fotografin - Dresden
Holzgestaltung: Holz-Ideen Uwe Ulbricht -Saalhausen  
Gewebe: Katis Handweberei Dresden 


Die Kollektion "Ungleiche Paare" ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit den Grenzen und Möglichkeiten der Webkunst. Entstanden im Rahmen meiner Ausbildung zur Textilgestalterin, vereint sie zwölf experimentelle Gewebe, die sich durch die bewusste Kombination von heller und dunkler Kette sowie dem Verweben von natürlichen und technischen Materialien auszeichnen und mit Fotos in schwarz/weiß Beziehungen aufnimmt. 

Durch Gespräche mit meinem Mann, meiner Familie, mit Freunden und besonders mit Petra und Uwe entwickelte sich das Gesamtgefüge. Danke für dieses Erlebnis und die tolle Unterstützung! 

Nach der Präsentation unseres "Erstlingswerkes" innerhalb meiner Ausbildung ließen Petra und mich die gemeinsamen Erlebnisse nicht los und wir ersannen weitere Geschichten von Weberei und Fotografie - es kommt auch Farbe ins Spiel. Seid gespannt!


Baumwolle – ein Rohmaterial  der Weberei 

Baumwolle, das weltweit verbreitete Rohmaterial, trifft auf seinen Namensvetter: Baumwollgras. Dieses Experiment schafft einen spannungsvollen Dialog zwischen dem Vertrauten und dem Wilden. Das Gewebe wirkt weich, fluffig und zart. 

Die begleitende Fotografie fängt die Leichtigkeit der einzelnen Blüten ein und spiegelt die feine Zartheit des Materials wider.

Von der Pflanze zur Faser 

Dieses Gewebe ist eine Hommage an den Lein, mein Lieblingsmaterial in der Weberei. Es verkörpert die gesamte Reise vom Samen zur Faser, ein Prozess, den ich durch das Projekt „1 qm Leinen“ selbst erlebt habe. Verarbeitet sind getrocknete Stängel, gebrochenes Material, Werg (Kurzfaser) und die ersten goldenen Leinenfasern. Das Gewebe lädt zur Detailbetrachtung ein und macht neugierig auf das Wunder der Faserentstehung. 

Das Foto unterstützt diese Wirkung durch eine plastische, fast gewebeartige Struktur und eine durch Schatten erzeugte Ruhe und Ordnung 

und macht neugierig auf...

... das Originalbild.

Verschlungene Wege

Der Kati-Web-Weg. Dieses Gewebe symbolisiert die verschlungenen Wege mit ihren Bergen und Tälern, Höhen und Tiefen. Verwendet wird die relativ grobe Kontermarsch-Schnur aus Hanf, die paradoxerweise feinste Justierungen ermöglicht. Das chaotisch und doch zielgerichtet wirkende Gewebe steht sinnbildlich für meine eigene, spannende Entwicklung. 

Im Foto präsentiert: die zur Ruhe gekommene Aufregung – vielleicht mein Ziel?

Tränen und Neuanfang

Dieses Werk fängt die Melancholie des Abschieds und die Freude des Neuanfangs ein. Es thematisiert den Schmerz, der durch die Texolvschnüre in Plastikrohren hinaufkriecht, und die anschließende Beweglichkeit und Leichtigkeit der hinabfallenden weißen Schnur – ein Lebensmaxim. 

Die begleitende Fotografie des Winters zeigt die Stille, das Vergehen und das Innehalten, die Grundlage für jede neue Entwicklung. 

Der Baum des Lebens

Die Flechten dieses Gewebe sind im Urlaub 2025 in Schweden, DEM Weberland gesammelt und stehen für meine Liebe zur Natur. Das Material ist getrocknet, spröde – wirkt zerbrechlich und bizarr und zeigt die unendlich scheinenden Vielzahl von natürlichen Strukturen mit fast künstlich wirkender Vielfalt.

 


Das Foto zeigt die Kraft und die Schönheit und die Einzigartigkeit eines Baumes – ein Sinnbild für die Vollkommenheit und auch Verletzbarkeit unserer Erde. Im Spiegel verfremdet werden auch in schwarz/weiß die tausenden Nuancen der Natur sichtbar. 

Licht

Das Foto zeigt eine Abendstimmung, die
eingefangen zwischen den Bäumen, im Spiegel von Wasserflächen, die Schönheit der Natur zeigt.

Das Licht reflektiert und strahlt über das gesamte Foto. Der Betrachter kommt zur Ruhe, als könnte er das Licht in sich auf- und mitnehmen.

Das Gewebe versucht, die Stimmung eines Sonnenuntergangs einzufangen. Das Thema Licht ist existenziell für den Weber, der Fadendichte und Farbreflexionen erkennen muss. Eingewebte Papierstrohhalme, Spiegel und Lichter schaffen ein spannendes, experimentelles und künstliches Gewebe, das im Dialog mit natürlichen Materialien steht. 


Oasen der Seele

„Harry“ oder „Harry 5“ (wie ich den aktuellen Hahn gern nenne) mit seinen Familien sind nicht nur beliebte Fotomotive aller Lehrlinge der Werberklassen des Werkhof in Kukate, sondern verbildlichen für mich diesen wundervollen Ort - meine Weberoase! 
Durch die Liebe und Fürsorge des Ehepaars Seelig, die tollen Lehrerinnen und meinen Weberfreundinnen ist der Werkhof Kukate eine Oase meiner Seele geworden.

Wie kommt eine Feder an den Strand? Wie ist sie so unberührt, trocken und doch fest im Wind? 

Wer liebt nicht die Weite des Meeres, den Blick in die Ferne, die Melancholie des Windes, den Klang der Kiesel unter den Füßen bei endlos scheinenden Standspaziergängen und das regelmäßige, gleichmäßige Rauschen der Wellen. 

Das Geheimnis der Kugel

Die Kugel im Foto, schön und geschmückt, zieht den Blick auf sich und bildet den Schwerpunkt. Sie wirft Fragen auf: Wann kommt die Kugel ins Rollen? Was verbirgt sie? 




Das Litzenauge führt den Kettfaden. 
Es ist das wichtigste Instrument zur Webmusterentwicklung und bekommt durch die markante Kugel das Zentrum der Aufmerksamkeit des Betrachters.


Das gelüftete Geheimnis, entdeckt in der Burg Gnandstein. 

Netz ohne Boden

Das Foto fängt die winterliche Stimmung am Strand ein. Es zeigt ein genutztes - vielleicht abgenutztes Netz. Stürme und Schnee, Eiszapfen und Sand verformen, zerlöchern, verrotten...

Ein technisches Gewebe - ein Gitter - ein Netz eingewebt auf einer dunklen Basis will die Winterlandschaft des Strandes auf eine webtechnische Art darstellen.

In der Weberei gibt es unzählige Möglichkeiten der Webtechniken, der Auswahl des Materials, fördert und fordert die Phantasien und  die Kreativität. 

Ist es ein Netz ohne Boden oder eine Herausforderungen für gute Entscheidungen und Kreativität?




Durchblick

Einfache Hilfsmittel können das Weben erleichtern, so z.B. leere Filmdosen, die mit Steinchen gefüllt einen Ausgleich diverser Kettspannungen ermöglichen. 
Zerschnitten und eingewebt eröffnen sich Blicke auf die andere Seite.
Was versteckt sich? Was gibt es zu entdecken? Wo lohnt der Blick? Welche neuen Webideen entstehen?

Eine Detailaufnahme zeigt runde symmetrisch angeordnete Objekte. Der Betrachter kann seinen Blick ausrichten: 
      nach innen
      zurück
      nach vorn
Hast du den Durchblick? 

Die Tänzerin

Aus einer Masse in weiß, glitzernd mit leichten Schatten beginnt das Bild sich zu bewegen, gar zu tanzen.

Das Gewebe zeigt im Schwerpunkt das Glitzern. Es wurde mit wahllos zerschnittenen geschäumten Kunstsoff verwebt. Es ist statisch, starr, wirkt künstlich, aber mit einem Hauch an „Phantasiestaub“, welches zum Tanz mit den Strukturen einlädt.

Naturwächter

Holzpins, traditionell in der Goblin-/Bildwerberei eingesetzt, sind hier kleine individuelle Kunstwerke, die  Ordnung schaffen. 

Das Werk regt zum Nachdenken über unser Verhältnis zur Natur an: "Die Welt steht auf dem Kopf".






 

Das Foto präsentiert die sichtbare Schönheit des Waldes und unsere unsichtbare Verantwortung für das ökologische Gleichgewicht.